AMH

publiziert in nextroom

Holzbaupreis Kärnten 2015 - Nominierung

2012 - 2014 | Lienz | Osttirol

Bauaufgabe:
Auftrag:
Status:
Leistung:

Arbeiten und Wohnen mit Blick auf Lienz
abgeschlossen
realisiert
Architekturplanung

Architektur:
Mitarbeit:
Bauleitung:
Bild:

okai - Stefan Thalmann (PL)
Christoph Obernosterer, Er.bauen
okai
Wolfgang c. Retter

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AMH


 

Allgemein:

Ein offenes Haus, offen zum Wohnen und Arbeiten, offen für Freunde und Besuch, offen in der Nutzung. Mit viel Ausblick und möglichst wenig ungewollten Einblicken. So formulierten wir das grobe Konzept mit den Bauherren am Beginn unserer Zusammenarbeit.

 

Der Baukörper:

Entwickelt wurde ein einfacher, kubischer Baukörper, der in beiden Geschoßen einen Gartenzugang ermöglicht. Der Baukörper wird nach hinten in den Hang integriert und bildet so gleichzeitig die Hangmauer.  Auf der anderen Seite richtet sich die Längsseite zum Tal und wird, je nach Nutzung dorthin geöffnet. Im Erdgeschoß wird dieses Öffnen gefiltert, im Obergeschoß ist der Baukörper zum Tal hin völlig offen. Es entsteht ein einfacher, stadelförmiger Baukörper, der durch seine Lärchenfassade sich über die Zeit völlig in die Landschaft integrieren wird.

 

Lage und Struktur:

Das Gebäude befindet sich auf einem steilen Hanggrundstück nördlich des Lienzer Talbodens in Osttirol auf einem sonnigen Südwesthang mit wunderbarem Blick über den Talboden in die Lienzer Dolomiten. Das Grundstück selbst ist eine Restfläche zwischen Dorfstraße und den bereits bebauten Erbgrundstücken eines Landwirtes, im nördlichen Anschluss an den  kleinen Weiler Untergaimberg. Die Erschließung erfolgt über eine kleine, private Stichstraße, welche die kurze Siedlungsreihe erschließt.

 

Organisation und Abläufe:

Ein kleiner, halböffentlicher Vorplatz leitet von der Straße zum Haupteingang des Hauses. Der Platz dient als kleiner Empfangs- und  Kommunikationsbereich, bringt die Bewohner zur Tür und ist einfache, befestigte  Nutz Zone vor dem Haus.  Der markante Betonbügel markiert den Bereich des Zugangs und der Arbeit. Über dem Zugangsbereich sitzt das Büro, welches an der Westseite getrennt von außen erreichbar ist.

Das Haus selbst wird mittig über eine, in die Tiefe des Baukörpers reichende Garderobe erschlossen.

Nach Osten hin findet sich hier ein weiterer Kommunikationsbereich sowie Trainigsbereiche für den Bauherrn.

Tief im Gebäude – am Ende der Garderobe – fällt bereits das Licht aus dem Obergeschoß ein und holt den Bewohner ab.

Über eine offene Lärchentreppe - eingespannt zwischen Sichtbetonscheiben – erreicht man den Wohn/Essbereich im Obergeschoß, der sich zum Tal hin öffnet. Man wird vom Bergpanorama der Dolomiten empfangen.

 Im Obergeschoß sind die Abläufe fließend, die Wohnbereiche sind nach Süd Osten angeordnet und gehen in den Garten über. Im Südwesten findet man das Büro, ebenfalls mit Terrasse und Ausblick.

 

Energetisches Konzept – zurück zur Sonne…

Das Haus verfolgt die Strategie, möglichst viel Sonnenenergie einzufangen und damit den größten Teil der notwendigen Heizenergie abzudecken. Dafür wurde folgendes Konzept entwickelt:

Hauptenergieträger ist eine 30m² große Solaranlage mit entsprechendem Pufferspeicher, welche das Niedrigenergiehaus (mit Passivhauskomponenten) mit Heizwärme und Warmwasser versorgt. Zusätzlich gibt es als Notsystem einen wassergeführten Holzherd, für längere sonnenlose Wetterphasen.  Weiters ist das Haus mit einer passivhaustauglichen Komfortlüftung ausgestattet.

Um die sommerliche Überwärmung zu vermeiden und die grandiose Aussicht nicht zu stören, wurde als Hauptbeschattung mit entsprechenden Vordächern gearbeitet, die auf vorher diskutierte Sonnenstände ausgelegt wurden. Im EG wurde aus dieser Anforderung eine bewegliche Fassade entwickelt, welche gleichzeitig Sichtschutz, Sonnenschutz und auch Pergola sein kann.

 

Material und Ökologie:

Das Gebäude ist ein Mischbau aus Stahlbeton und Holzbau, wobei der Betonbau im Bereich der im Hang situierten Gebäudeteile statisch notwendig war. Die restlichen Bauteile wurden in Holzbauweise errichtet. Im Aussenbereich wurde Lärchenholz verwendet im Innebereich dominiert Lärche und Zirbe. Im Untergeschoß dominieren Sichtbetonwände und Lärchenböden.


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