MUWI

Wettbewerb | 1. Preis

Salzburger Museumsschlüssel 2010

2009 - 2010 | Bramberg | Salzburg

Bauaufgabe:
Auftrag:
Status:
Leistung:

Nationalparkaustellung Museum Bramberg
Wettbewerb
realisiert
Entwurf | Detailplanung | ÖBA

Architektur:
Mitarbeit:
Bauleitung:
Bild:

okai + Revital
D.I. Klaus Michor | D.I. Christian Tabernig
okai
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Nationalparkausstellung Smaragde und Kristalle

im Museum Bramberg - Bramberg am Wildkogel - Land Salzburg – Österreich

Wettbewerb 2009 - 1. Preis

Ausgezeichnet mit dem Salzburger Museumsschlüssel 2010

 

Aufgabenstellung - Ausgangspunkt

Im Smaragddorf Bramberg wurden einige dieser Mineralien im bestehenden Heimatmuseum als Teil des örtlichen Kulturgutes ausgestellt. In Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Hohe Tauern wurde schließlich ein unterirdischer Zubau zum denkmalgeschützten Heimatmuseum errichtet, indem die neue Mineralienausstellung, als separater Teilbereich des Museums und Außenstelle des Nationalparks, ihren neuen Platz finden sollte.

Durch die Situation vor Ort war es auch notwendig, die Außengestaltung und den Zugang zum Museum neu zu planen.

 

Entwurf

 

Der Entwurf ist unterteilt in drei wesentliche Bereiche, die mit ANNÄHERN - EINTAUCHEN - VERSINKEN umschrieben werden können.

Beginnend im Freibereich führt der neue Zugang als Teil des Heimatmuseums zum neuen Eingang. Die Gestaltung basiert auf sich verschneidenden Linien, welche aus dem Innenraum in Form von "Zerr-rissen" entwickelt wurden, und sich im Freibereich fortsetzen. Die Materialien (Natursteinpflaster, Lärchenholz) in diesem Bereich stammen direkt aus der Smaragdregion und führen zum einfach gestalteten Eingang ins Museum.

Hier beginnt die Phase des EINTAUCHENS, welche gezielt mit dem Einsatz von unterschiedlichen Materialien für den Bereich der Mineralien und den Bereich des bestehenden Heimatmuseums gelenkt wird. Die Welt der Mineralien wird begleitet von einer fast schwarzen `Steinoberfläche`, in der die Informationen und Ausstellungsstücke kluftartig eingebettet werden.

Im Bereich des Heimatmuseums werden heimische, traditionelle Materialien verwendet.

 

Die Information zur Ausstellung findet bereits im Erdgeschoß begleitend statt - sodass im Bereich des Untergeschoßes nur noch die Mineralien die Hauptdarsteller sind und ein VERSINKEN in die Schönheit dieser Schätze aus der Erde ohne Ablenkung möglich wird.

 

Durch die große Anzahl der auszustellenden Mineralien wurde aufbauend auf den entwickelten Zerr-rissen ein kluftartiges Raumsystem entworfen.

Dieses zieht vom Eingang, hier wird der Besucher abgeholt, in Form der steinernen Informationswand hin zur Stiege und taucht dann nach unten ab in das Reich der Mineralien.

Hier verformt sich die begleitende Wand zu unterschiedlichen Raumknicken, bildet Nischen, Winkel, kleinere und größere Räume.

Sie bildet auch den Raum für die Ausstellungsstücke die in integrierten, alarmgesicherten Vitrinen

Teil dieser Welt werden.

Die Vitrinen wurden gedanklich an die Fundorte der ausgestellten Mineralien angepasst und bilden ihre abstrahierten Gegenstücke.

 

Über die Vitrinen findet auch die Beleuchtung des Ausstellungsraumes statt, der so noch mehr an ein unterirdisches Kluftsystem im Berg erinnert. Durch diese Art der Beleuchtung werden die Mineralien konkurenzlos dargestellt, durch eine Reduktion bei der Wahl der Ausstellungsstücke können sie zusätzlich noch erhabener präsentiert werden.

 

Aufgrund der Aufgabe wurde ein monochromes Gestaltungsprinzip entwickelt, welches auf die Mineralien zugeschnitten ist. Die Vitrinen sind in ihrem Inneren weiß und bilden so einerseits den ruhigen Hintergrund für die Ausstellungstücke und andererseits die Reflektionsflächen für die Raumbeleuchtung.

Die Oberflächen der Innenwände sind mit schwarzen, grobkörnigen Außenputz beschichtet. In diesen Putz wurde eine Silikateinstreuung eingebracht, welche die unterschiedlich geknickten und gefalteten Wandabfolgen durch einen licht- und bewegungsabhängigen Glitzereffekt dezent zur Geltung bringt. Dieser Glitzereffekt ist vergleichbar mit dem Reflexionen einer Quarzeinstreuung im Gestein.

Durch diese Strukturierung der Oberfläche wird weiters eine hervorragende Raumakustik erzielt.

 

Bei der Beleuchtung wurden zwei wesentliche Entscheidungen verfolgt: Erstens eine optimale Beleuchtung der Ausstellungsstücke und zweitens die größtmögliche Minimierung des dafür erforderlichen Energiebedarfs in der Bespielung der Ausstellung.

Eingesetzt wurden deshalb LED - Leuchten, deren Lichtfarben speziell an die unterschiedlichen Notwendigkeiten der einzelnen Mineralien angepasst werden konnten. Um trotzdem eine gleichmäßige Lichtfarbe als Hintergrund zu erhalten, wurden die Vitrinen zusätzlich mit "warmen Lichtquellen" indirekt beleuchtet.

Nur die Smaragde bilden eine Ausnahme, da Ihre Wirkung mit keiner LED- Beleuchtung angemessen zur Geltung gebracht werden konnte. Bei diesen Vitrinen wird konventionell mit einer Halogenbeleuchtung gearbeitet und die staubdichten Vitrinen be- und entlüftet.


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